Daten erfasst und Planungen für den Landkreis Forchheim abgeschlossen

imageFeuerwehrführungskräfte schließen nach 20 Monaten Datenerfassung, Zonen- u. Bereichsfolgenplanung die Arbeit ab. Die Bayerische Staatsregierung hat im Jahr 2001 die politische Grundsatzentscheidung getroffen die einheitliche Notrufnummer 112 zu realisieren und Integrierte Leitstellen (ILS) in Bayern einzurichten. Künftig sollen Feuerwehr und Rettungsdienst unter der gemeinsamen Notrufnummer 112 erreichbar sein. Auch die Einsatzmittel werden dann “aus einer Hand” alarmiert. Dabei soll ein auf beiden Gebieten fachlich gut ausgebildetes Personal und modernste Technik zum Einsatz kommen. Weiterlesen

imageMit der Planung und Umsetzung der Integrierten Leitstelle für die Bereiche des Lkrs. Forchheim sowie der Stadt und des Lkrs. Bamberg ist der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehr- alarmierung Bamberg – Forchheim beauftragt worden. Die geschätzten Projektkosten belaufen sich auf ca. 2.800.000,—Euro. Davon entfallen ca. 2.400.000,—Euro auf die IT u. Kommunikationstechnik, der Rest von ca. 400.000 Euro auf die Baukosten.
Am 23.04.2009 erfolgte der Baubeginn der neuen Integrierten Leitstelle in Bamberg am Paradiesweg. Im Mai 2009 wurde dann der Umzug in die provisorische Rettungsleitstelle im sogenannten „Mutter-Kind-Raum“ des Bayerischen Roten Kreuzes vorgenommen. Die Lieferung der Einsatzleittechnik, der IT-Ausstattung und des Kommunikationssystem durch die Firma Eurofunk Kappacher aus Österreich und des Leitstellenmobiliars durch die Firma Modutec aus Freiburg beginnt im August und soll bis Dezember 2009 abgeschlossen sein. Diese Bestandteile der Informations- und Kommunikationstechnik stellen das „Herzstück“ der künftigen Integrierten Leitstelle Bamberg-Forchheim dar.

Doch die beste „Technik“ nützt nichts, wenn die Systeme nicht mit den entsprechenden Stammdaten aller Feuerwehren und Dienststellen, den abgestimmten Einsatzmittelketten, sowie den entsprechenden Zonen mit den dazugehörenden Bereichsfolgenden „gefüttert“ werden. Deshalb beschäftigt sich seit Oktober 2007 eine Arbeitsgruppe unter der Führung der beiden Funk - Kreisbrandmeister Martin Arneth und Harald Kraus in Abstimmung mit dem Fachbereich Brand- und Katastrophenschutz am Landratsamt Forchheim mit der Umsetzung der neuen Alarmierungsbekanntmachung für den Landkreis Forchheim. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe KBI Johannes Schmitt, KBM Ernst Messingschlager, KBM Willibald Hofmann und KBM Thomas Windisch waren in den letzten Monaten stark gefordert.

Alle erforderlichen persönlichen Kontaktdaten, Dienststellen, Einsatzmittel des eigenen Landkreises und die benötigten Einheiten der angrenzenden Landkreise BT, LAU, ERH, und BA wurden akribisch erfasst. Den intensivsten Arbeitsaufwand verursachte die Ermittlung der 280 Bereichsfolgen. Hier wurden an 20 mehrstündigen Abendveranstaltungen alle Einheiten, die zur Bewältigung eines größtmöglichen Schadensereignisses je Ort bzw. Zone erforderlich sind, aufgelistet. Dabei wurden die Fahrzeiten und Entfernungen mit dem Routenplaner ermittelt und so die Reihenfolge der Alarmierung festgelegt. Des Weiteren wurden Zonen (Zuständigkeiten) in Anlehnung an die Gemarkungsgrenzen der einzelnen Ortschaften definiert und topographisch erfasst. Diese Daten werden ebenfalls in das Geoinformationssystem des Einsatzleitrechners übertragen.
Zukünftig wird also der Einsatzleitrechner individuell auf Grund dieser Daten je nach Einsatzstichwort, abhängig von der Zone in der sich der Schaden ereignet hat, gemäß der dafür definierten Bereichsfolge die nächstgelegenen und geeigneten Einsatzmittel alarmieren. Damit wird der schnellstmögliche und effektivste Schutz der Bevölkerung gewährleistet.

Die Planung und das “finetuning” der Datenbestände ist nur durch die aktive Mithilfe aller örtlichen Leitstellenpartner und unter Einbeziehung aller Feuerwehrführungskräfte des Landkreises und der Stadt Forchheim ermöglicht worden. Von den guten Grunddaten der ILS Bamberg-Forchheim profitieren bei künftigen Schadensereignissen letztlich alle Einsatzkräfte vor Ort. Deshalb ist die aktive Unterstützung im eigenen Interesse aller angeschlossenen Hilfsdienste und Feuerwehren.

In den Mitgliedskommunen, der Stadt und dem Landkreis Bamberg, sowie dem Landkreis Forchheim, sind dabei alleine schon Daten von 293 Freiwilligen Feuerwehren zu erfassen gewesen. Eine enge Abstimmung mit den Mitgliedskommunen musste deshalb erfolgen. In zahlreichen Sitzungen der Arbeitsgruppe wurde die Grundstruktur für die Alarmierung des „nächstgelegenen, geeigneten Einsatzmittels“ im Feuerwehrbereich erstmals konsequent umgesetzt. Die Erfassung aller Stammdaten, die Errechnung aller Bereichsfolgen, das festlegen aller Einsatzmittelketten – d.h. bei welchen Schadensfall wird welches Einsatzmittel benötigt und die topographischer Erfassung aller Zonen im Landkreis Forchheim konnte nun abgeschlossen und die gesammelten Daten dem Zweckverband - Integrierte Leitstelle Bamberg – Forchheim übergeben werden.

Die Aufschaltung des Funkkanals der Feuerwehren des Landkreises Forchheim und die Alarmierung der Einheiten des Landkreises Forchheim soll ab Februar 2010 durch die ILS Bamberg-Forchheim erfolgen. Im März wird dann die Stadt- und der Landkreis Bamberg folgen. Nach Aussage des Zweckverbandes liegt der Bauverlauf und die Verarbeitung der entsprechenden Daten für die zukünftige Leistelle Bamberg-Forchheim voll im Zeitplan. Ziel des Zweckverbandes ist es, im Mai 2010 die neue Integrierte Leitstelle offiziell in Betrieb zu nehmen.Mit der Übernahme der Alarmierung durch die Integrierte Leitstelle wird die bisherige Alarmierung der Feuerwehren im Landkreis Forchheim über die Polizeiinspektion Forchheim abgelöst.

KBM Kraus & KBM Arneth